Die (inneren) Jahreszeiten: Verbinde dich mit deiner zyklischen Natur (Teil II)

Die (inneren) Jahreszeiten: Verbinde dich mit deiner zyklischen Natur (Teil II)

In diesem zweiten Teil über den weiblichen (=inneren) sowie den äußeren Jahreskreis-Zyklus, geht es um den inneren Sommer und Herbst. Mein Artikel soll dir (wie schon Teil I zum inneren Winter und Frühling) vor allem als Wegweiser dienen. Meine Beschreibungen der (inneren) Jahreszeiten und ihrer besonderen Qualitäten, die symbolisch in einem der vier Naturelemente wiedergefunden werden können, sind keine Vorschrift. Oder in Stein gemeißelte „Normalität“.

Lass dich von meinen Worten inspirieren, selbst in Dir zu forschen und dich zu fragen: Wie erlebe ich persönlich meine zyklische Natur?

Innere Jahreszeiten: Entdecke achtsam deine zyklische Natur

Begib dich auf innere Forschungsreise und entdecke deine eigene zyklische Natur! So schaffst du es, im Alltag bewusster für deine Bedürfnisse einzustehen und bei dir zu bleiben.

Der innere Sommer: Nähre dein Herzensfeuer

Im Sommer erreichen unsere Tatkraft und Energie ihren Höhepunkt, wie auch in der äußeren Jahreszeit des Sommers. In uns drängt es auf Umsetzung von dem, was sich im Frühling als stimmig erwiesen hat. Was bereits keimen durfte, darf nun weiterwachsen. Durch unser hohes Energielevel schaffen wir mehr auf einmal als in anderen Zyklusphasen.

Wir sagen laut JA zum Leben, zur Lebendigkeit, zum Wachstum und arbeiten (unermüdlich) dafür. „Volle Kraft voraus!“, heißt es im inneren Sommer.

In diese Zyklusphase fällt bei uns Frauen auch unser Einsprung. Es heißt, dass dieser üblicherweise in der Zeit um Vollmond passiert. Im inneren Sommer kann es helfen, dich hin und wieder mit deinen Impulsen aus dem letzten Winter zu verbinden, um wirklich bei dir und Deinem Herzensfeuer zu bleiben.

Innere Jahreszeiten: Lass im Sommer dein Herzensfeuer brennen, strahle wie der Vollmond

Die drängende Tatkraft, die uns im inneren Sommer durchströmt, erinnert mich an das Naturelement Feuer. Wir werden angetrieben, unserer eigenen Herzensvision zu folgen, unser inneres Feuer zu nähren und es zu voller Größe und Sichtbarkeit erstrahlen zu lassen. Nur so können wir für andere sichtbar und zu einem Leuchtfeuer der Inspiration werden. Das Feuer brennt zudem auch Altes weg, das uns von unserer Herzensvision abhält. Es macht uns frei, mit den Winden zu tanzen und uns kraftvoll zu entfalten.

Traue dich, aufzuleuchten und in deine volle Größe zu gehen. Zügle deine Flammen nicht, sondern lasse sie wild tanzen. Bleibe dabei in achtsamer Verbundenheit mit Dir im Hier & Jetzt.

Herausforderung: Gerade wenn du dich von deinem inneren Feuer antreiben lässt, kann es passieren, dass du dich im Tun verlierst. Du verbrennst dich oder brennst aus, weil du deine Bedürfnisse und (körperlichen) Grenzen missachtest. Natürlich darfst du dich aktiv auf dein Ziel zu bewegen, doch bleibe achtsam mit dir, um nicht in einen „schneller, höher, weiter“-Modus zu verfallen. Bewusste Rituale für innere Ruhe können dir helfen, dem entgegenzuwirken.

Auch sind wir im inneren Sommer leicht zu begeistern und schnell enthusiastisch ~ das heißt sehr offen für Impulse von außen. Es ist daher ratsam, größere Entscheidungen und Umbrüche eine Weile aufzuschieben. Lasse diese lieber bis zum inneren Herbst oder Winter ruhen.

In dieser „beeinflussbaren“ Zyklusphase sind auch Leistungsdruck, Vergleichen und Selbstzweifel nicht weit.

Wenn du (wie ich) schnell an dir selbst zweifelst, kann dein feuriger Energiefluss blockiert werden. Hier ist es wichtig, wachsam und achtsam zu bleiben und öfter mal offline zu gehen, um dich auf deine eigene Kraft zu besinnen.

Der innere Herbst: Beobachte die stürmischen Wellen in Dir

Genau wie die äußere Jahreszeit, ist es im inneren Herbst an der Zeit, den Fokus langsam wieder von außen nach innen zu legen. Wir bereiten uns langsam auf das Zyklusende und gleichzeitig den Anfang im inneren Winter vor. Im inneren Herbst werden deine Entscheidungen und Handlungen aus Frühling und Sommer nun (kritisch) unter die Lupe genommen.

Im inneren Herbst verbirgt sich die Möglichkeit, tiefer zu tauchen und genauer hinzuschauen: Was hat Früchte getragen und was nicht? Haben wir die Früchte wachsen lassen und bewirtschaftet, die wir wirklich haben wollten?

Leider fällt es uns Menschen oft leichter, uns auf das zu fokussieren, was nicht gut gelaufen ist. Im inneren Herbst werden daher besonders die kritischen Stimmen in uns laut. Achte darauf, dich bewusst auch auf die Früchte zu konzentrieren, die du ernten durftest in diesem Zyklus. Feiere (kleine) Erfolge und sei dankbar für die Entwicklung, die du gemacht hast ~ egal, wie klein sie dir auch immer erscheinen mag.

Doch auch die zweifelnden, weniger liebevollen Stimmen und Impulse müssen wir in dieser inneren Jahreszeit nicht ignorieren. Wir dürfen sie achtsam betrachten und hinschauen:

  • Welche Themen, Gedanken, Emotionen tauchen in mir auf?
  • Welche kenne ich davon bereits/ wiederholen sich?
  • Welche Botschaften verstecken sich hier für den nächsten Zyklus?

Oft verstecken sich in den kritischen Stimmen leichte Kurskorrekturen oder Dinge, die wir nacharbeiten möchten. Manche vielleicht sogar noch ehe dieser Zyklus zuende geht.

Innere Jahreszeiten: Im Herbst trage dich über die Sturmflut aus kritischen Stimmen

Die Reflexionsqualitäten des inneren Herbstes erinnern mich an das Naturelement Wasser. Wenn wir auf eine glatte Wasseroberfläche schauen, sehen wir ein (oft verzerrtes) Spiegelbild. Auch die Reflexion, die im inneren Herbst stattfindet, ist nicht 100% klar und wahr. Die Impulse, die wir oft sehr kritisch um die Ohren gehauen bekommen, sind sehr ausschnittshaft und verzerrt.

Wir dürfen uns das Spiegelbild genauer anschauen und nach den Botschaften darin Ausschau halten, doch müssen wir diese Impulse nicht genau so umsetzen.

Herausforderung: Gerade diese Zyklusphase kann wie eine Sturmflut sehr aufwühlend sein. Anker-Rituale können dir helfen, damit du von den manchmal sehr starken Wellen aus kritischen Gedanken und unangenehmen Emotionen nicht hinweggetragen oder gar ertränkt wirst. Erinnere dich daran: Es sind nur Wellen, die dort in dir wallen. Nichts davon musst du als DIE Wahrheit annehmen und sofort umsetzen.

Du bist viel tiefer als die oberflächlichen Wellen. Warte ab, betrachte die Bewegungen in dir aufmerksam. Und trage dich achtsam über diese teils stürmische See.  

Manchmal können unsere inneren Kritiker:innen derart hart und laut sein, dass du meinst, alles revidieren zu müssen, was du zuvor im Frühling/Sommer getan hast. Hier gilt es, aufmerksam zu bleiben, achtsam bei dir zu bleiben und dem nicht einfach nachzugehen. Es geht in den inneren Jahreszeiten um die Weiter-Entwicklung, dein natürliches Weiter-Wachsen. Nicht darum, alles über den Haufen zu schmeißen und wieder auf null zu setzen.

Alles darf seine Zeit brauchen und im stetigen Prozess des Wandels sein. Das heißt auch, dass nichts „irgendwann“ perfekt ist ~ auch wenn die kritischen Stimmen in uns das in dieser inneren Jahreszeit oft gerne behaupten.

Lese hier Teil I zu den inneren Jahreszeiten Winter und Frühling.

Hast du dich bereits näher mit deinen inneren Jahreszeiten beschäftigt? Teile deine Beobachtungen und Gedanken zum zyklischen Leben gerne in den Kommentaren!

2 Gedanken zu „Die (inneren) Jahreszeiten: Verbinde dich mit deiner zyklischen Natur (Teil II)

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